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  • Johann Nepomuk Maier

Literatur und Kunst ist nutzlos?!

schreibt der NewYorker Schriftseller Paul Auster in der heutigen Ausgabe der Welt.

...“Dieses Bedürfnis, etwas zu machen, zu erschaffen, zu erfinden, ist offenbar etwas zutiefst Menschliches. Aber zu welchem Ende? Welchem Zweck dient Kunst, namentlich die Kunst des Schreibens, in dem, was wir die Realität nennen? Ich wüsste keinen zu nennen – zumindest keinen in irgendeinem praktischen Sinn. Kein Buch hat je einem hungernden Kind den Bauch gefüllt. Kein Buch hat je eine Kugel daran gehindert, in den Körper eines Mordopfers einzudringen. Kein Buch hat je verhütet, dass im Krieg eine Bombe auf unschuldige Zivilisten fällt. Manche hängen dem Glauben an, ein entwickelter Sinn für Kunst könne uns tatsächlich zu besseren Menschen machen – gerechter, tugendhafter, feinfühliger, verständnisvoller. Vielleicht stimmt das sogar – in bestimmten, seltenen, einzelnen Fällen. Aber vergessen wir nicht, dass Hitler sein Leben als Künstler begann. Tyrannen und Diktatoren lesen Romane. Mörder im Gefängnis lesen Romane. Und wer weiß, ob sie nicht dieselbe Freude an Büchern haben wie der Rest der Menschheit? Mit anderen Worten: Kunst ist nutzlos – jedenfalls im Vergleich, sagen wir, zur Arbeit eines Klempners, eines Arztes oder eines Lokomotivführers.“...

Es ist unglaublich, in welche verwirrten Gedankengänge, sich Eliten-Intellektuelle, namhafte Schriftseller und Journalisten bewegen.



Ist nicht gerade das Buch, die Erfindung der Schrift, eine der grandiosen Leistungen einer Zivilisation und zugleich deren Guillotine für dessen überleben.

Haben wir nicht durch die weitergaben von Wissen auch allen Ebenen erst gelernt, einen Krieg zu frühen, Dein Feind zu überlisten und den Nachlass zu regeln. Wissen weiterzugeben, ohne das die Kinder wieder von vorne mit der Erkundung des Wissens beginnen müssen. Ist das Fundament unserer Globalisierung, die Mondlandung und alles was unserer modernen Kommunikation ausmacht, nicht auf Bücher auf Kunst aufgebaut?

Welche Hingabe muss wohl Michael Angelo besessen haben, als der das Deckenfresko in der Sixtinischen Kapelle malte, mit welcher Leidenschaft muss Leonardo seine Skizzen in den Katakomben ausgeführt haben, als der die Leichen menschlicher Körper und deren Organe zeichnete? Welche Hingabe ist nötig, um einem Picasso zu folgen oder einem Monet zu erfassen?


Welcher Schmerz führte dazu, dass sich Van Gogh mit seinem Messer, die Töne der Umwelt, seiner Kritiker, aus dem Ohren schnitt. Sind es nicht die Künstler, welche uns vom Tier erheben? Wenn Josef Beuys erkannte, dass wir alle Künstler sind und jeden Alltagsgegenstand, einen nicht abgeräumten Tisch nach dem Essen, konservierte und zur Kunst erhob, einen Stuhl mit Fett beschmierte, was sagen uns diese Bilder, diese Taten? Wo endet die Kunst und wo fängt sie an?


Wie kann ein intellektuell ausgebildeter Vorzeige-Schriftsteller nun behaupten, dass mit Literatur keine Bäuche hungernder Kinder, kein Schmerz und kein Leid je gestillt wurde. Wie verzweifelt muss er sein, wenn ein diese höchste Form des kreativen Seins, als nutzlos und die Literatur, als sinnlos tituliert. Geschichten für die Welt sind es - das sind die Kunstwerke, für die wir hier auf Erden, in dieser Matrix, inkarniert sind. Wir möchten diese Geschichten von Schmerz und Leid alle selber erleben, und wenn nicht dann nachfühlen, nachlesen, nachtrauern.


Wir sehen uns hinein die volle Liebe von Romeo und Julia. Möchten eintauschen, abschalten wegdenken und hinlaufen. Und wir möchten dabei sein, als Michael Angelo den Meisel holte sich vor seinem ausgesuchten Stein aus Carrara, den unbändigen Körper des David aus dem weißen, ungestümen trotzigen Brocken Marmor herausgerissen, in winzigen Steinen, und zarten kraftvollen Schlägen, Splitter für Splitter, Tag und Nacht, Monat für Monat, Jahr für Jahr, heraus“geliebt“ hat.


Und dennoch hat Paul Auster recht, wenn er damit zum Ausdruck bringen will, dass Kunst nicht mehr die treibende Kraft in unserer Zivilisation ist, das wir nur mehr mit Verstand und Mathematik an die Realität an die Zukunft unseres Sein herangehen.#

Die brotlose Kunst – wer möchte das schon machen – wer gibt sich dafür hin. Wer opfert sein dasein. Dafür? Wir wissen nicht was wir tun! Herr vergib Ihnen, den sie haben nicht erkannt, worum es geht. Sie denken die Materie ist zu begreifen da. Sie wissen nicht um die Liebe des Lebens, der Liebe, als treibende Kraft, der Kreativität der Wirklichkeit, des Wirkens.


Wie ein Vogel, der theoretisch über dien Flügelschlag nachdenkt und berechnet, wie oft wohl seine Federn über den Wind streifen wird, bis er seine Reise beenden darf.

Künstler unserer Zeit, wehrt euch, Künstler unserer Zeit steht auf. Denn Ihr seid es die unsere Zivilisation, dem Menschen seine Würde seine Stellung in der Vielzahl der Zivilisationen und Lebensformen im Universum gibt. Viele von diesen Intelligenzen wissen nicht um Kunst, um Musik, nicht um Raum und Zeit voller Farben, Töne und Formen.

Konstatin Wecker schreib ein herrliches Lied „Gefrorenes Licht“. Wenn durch den Dom, der sommergrünen Bäume, die Lichter, wie ein Segen niedergehen. Und als Kristall in den Zwischenräumen von Laub und Ast und Himmel steht...Du magst es greifen, begreifst es nicht, was du auch siehst ist nur gefrorenes Licht.

Dieses Licht gilt es sich wieder zu nähern. Wir sind Teil dieses Lichtes und unsere Talente formen und bewegen es auf Leinwand, Seiten, Filmen und Wörtern, Skulpturen und Formen, Farben und Klängen. Last uns die Lichtsprache fühlen und lasst uns wieder Meister unserer Emotion uns Werte sein.



Unsere Kinder brauchen wieder eine Welt aus Kunst gemacht. Folgen wir ihnen, denn sie sind die wahren Künstler des Seins. Denn in ihrem Sein, wird das Lebendige lichter und die Handlung ihre Kunst, zu gefrorenem Licht. Sie brauchen keine „Verbilder“, die ihnen ihre Individualität ausmitteln, ihr Sein für Schein, wegnehmen. Sie brauchen ohne Wenn und Aber, das Licht in unserm Herz der Liebes-Kreativität. Hören wir auf, uns das Leben aus dem Leben herauszurechnen. Nehmen wir wieder Stift, Pinsel, Meisel und den Hut des Spielers in die Hand. Zeigen wir dem Universum, dass wir verstanden haben, dass die Kreativität im Sein nur durch diese lichtvollen Tätigkeiten, nur durch diese Kunstwerke wachsen und gedeihen können. Bedienen wieder zu unserer göttlichen Schöpferkraft dieser Kreativität des Drauflosmachens, in jedem Augenblick bewusster. Ohne zu werten, zu zeigen, zu verdecken.



Alle für einen und einer für alle. Was werden die Intelligenzen in der Zukunft wohl von uns lernen können, wenn nicht die Kunst des gefrorenen Lichts - unsere menschliche Kreativität, in allen Sinnen. Das könnten nur wir. Das ist die lichteste Form des Seins und der Thron des Schöpfers.


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